Hochzeitsbräuche

Kranz der Vollkommenheit

Bei Hochzeiten im ländlichen Bereich feiert meist das ganze Dorf mit. So haben nicht nur die Trauzeugen, sondern auch die lieben Nachbarn ihre Aufgabe zu erfüllen. Während alle Nachbarinnen beisammen sitzen und einen Kranz aus Tannenzweigen binden, den sie dann mit weißen Blumen dekorieren, ist es Aufgabe der Männer, den Kranz an der Haustür des Brautpaares zu montieren. 

Wer hat das Brezel in der Hand?

Bereits nach der kirchlichen Trauung zeigt sich, wer die Hosen anhat. Nämlich derjenige, der beim Auseinanderziehen des Riesenbrezels das größte Stück in Händen hält. 

Tipp: Das Brezel in XX-Large unbedingt rechtzeitig bestellen. Nicht jede Bäckerei hat diese Sonderform in Sortiment.

Unter die Haube

Punkt Mitternacht ist es Zeit für den Schleiertanz. Dabei wird der Braut von den unverheirateten Freundinnen der Schleier abgenommen und die „Haube“ aufgesetzt. Und was passiert mit dem Schleier? Der wird in Stücke zerrissen und den weiblichen Hochzeitsgästen zugeworfen, schließlich hängt ja der Segen der frisch Vermählten daran. Wer das größte Stück fängt, wird als nächste heiraten.

Tipp: Statt Ihres Schleiers können Sie auch einfach ein Stück Tüll verwenden.

Wer bietet mehr?

Früher war es üblich, dass sich die Braut Ihre Brautschuhe mit ihrem ersparten Geld kauft. Kein anderer durfte diese Aufgabe übernehmen, das würde Unglück bringen. In Anlehnung an diesen Brauch wird heutzutage der Brautschuh versteigert, wobei die Gäste ihre Gebote in den Brautschuh legen. Dann heißt es zum Ersten, zum Zweiten und – spätestens jetzt muss der Bräutigam zuschlagen, damit das Geld in der Familie bleibt.

Weg absperren

Auf dem Weg zur Kirche/ ins Standesamt wird dem Paar der Weg erneut schwer gemacht, indem die Straße mit Seilen abgesperrt wird. Hier muss man sich den Weg sozusagen freikaufen. Oft ist dieser Brauch mit Spielen verbunden. Die „Absperrer“ – (Nachbarn des Weinhofes in Gamlitz) -  verköstigen als Wiedergutmachung die Gäste mit heimischen Spezialitäten und helfen beim „Durst stillen“ mit oft geistigen Getränken.